Stadtgebiete dienen weltweit als wichtige Lebensräume für viele Taxa, wobei das Biodiversitätspotenzial oft aus dem heterogenen Mosaik von Grünflächen und den vielen verschiedenen Faktoren resultiert, die die Artenzusammensetzung prägen. Dazu gehört auch stark anthropogene grüne Infrastruktur wie vertikale Begrünungssysteme, die mit zunehmender Verdichtung der Städte immer mehr Beachtung finden. Dennoch ist ihr Potenzial für verschiedene Vegetationstypen, einschließlich spontaner Arten, und wie dies mit dem Vorkommen verschiedener Bestäubergruppen zusammenhängt, weitgehend unerforscht. Wir untersuchten daher (a) die Vegetation, (b) verschiedene Bestäubergruppen und (c) deren Zusammenhang an 24 bereits bestehenden und neu angelegten begrünten Fassaden in der Metropolregion Stuttgart über sechs Erhebungszeiträume hinweg, die verschiedene Jahreszeiten und Jahre umfassten (N = 108). Unsere Daten zeigen eine große Vielfalt bei der Nutzung von Kulturpflanzenarten und dass sowohl Wildpflanzen als auch Arten aus naturnahen Bepflanzungskonzepten zur Vielfalt der Vegetationszusammensetzung beitragen können. Insgesamt identifizierten wir 200 Pflanzenarten und kartierten bei jedem Standortbesuch mindestens eine Bestäubergruppe, wobei bei einer Kartierung im Frühsommer maximal 75 Individuen gezählt wurden. Basierend auf den Ergebnissen von GLMs stellen wir fest, dass bestimmte Bestäubergruppen mit dem Pflanzenartenreichtum (Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen) und/oder der Blütenbedeckung (Hummeln, Honigbienen, Wespen) assoziiert sind. Für einige Bestäubergruppen waren auch die Jahreszeit oder das Begrünungssystem von Bedeutung. Zusammenfassend zeigt unsere Studie, dass vertikale Begrünung in dicht bebauten Städten zur Förderung der Biodiversität beitragen kann, wenn solche gestalteten Räume besonders spezifische Umweltmerkmale berücksichtigen.
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