Profil und Arbeitsgebiete


Die Forschung, Planung und Beratung des Instituts erfolgt im Zusammenspiel von zwei eng zusammen arbeitenden Arbeitsgebieten innerhalb des Instituts:


1. Planen und Entwerfen urbaner Landschaften

Das Arbeitsgebiet beschäftigt sich mit der Ausprägung und der Weiterentwicklung urbaner Landschaften, basierend auf einem Verständnis ökosystemarer Prozesse.
Urbane Landschaften sind das Resultat anthropogener Aktivitäten im Zusammenspiel mit natürlichen Prozessen. Die bilden einen sich ständig wandelnden Kontext, geprägt durch eine Vielzahl von Akteuren.
Das Verständnis für die Logik der Landschaft, ihrer Prozesse, Akteure, Strukturen, Qualitäten und Grenzen, bildet die Grundlage für die Formulierung neuer Strategien und Entwürfe.
Verschiedene planerische und entwerferische Zugänge kombinieren kontextabhängige, komplexe und anwendungsorientierte Ausgangsbedingungen mit natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fakten, die in iterativen, logischen Entscheidungsketten zu einem Ergebnis geführt werden. Planen und Entwerfen beinhalten analytisches wie intuitives Verstehen. 

Im Rahmen dieser generellen Ausrichtung werden zwei Schwerpunkte verfolgt: zum einen die Weiterentwicklung von Methoden des Planens und Entwerfens als kontextuelle, transdisziplinäre und anwendungsorientierte Formen der Wissensproduktion und zum anderen die Entwicklung umsetzungsorientierter Strategien der Gestaltung urbaner Landschaften und Infrastruktursysteme.

Das Arbeitsgebiet widmet sich insbesondere folgenden Aufgaben:

Grundlagen: Natürliche und soziale Prozesse verstehen

  • Grundverständnis über das Zusammenwirken biotischen und abiotischen Faktoren
  • Reflexionen mit Akteursgruppen über Bewirtschaftung/ Nutzung/ Gestaltung

Maßstabsübergreifend: vom Objekt zur Region

  • Gebäude, Stadt und Freiräume im räumlichen Kontext verstehen und entwickeln
  • Großräumige und objektbezogene Planungs-, Entwurfs- und Umsetzungsstrategien

Integration: Multifunktionale Gestaltungsstrategien

  • Multifunktonale Gestaltung von Landschaft und Freiraum als Infrastruktur
  • Integration von Infrastruktursystemen in Stadt und Landschaft
  • Prozessorientierte landschaftsplanerische Ansätze in Architektur und Stadtplanung


2. Landschaftsanalyse und Landschaftsplanung

Das Arbeitsgebiet „Landschaftsanalyse und –modellierung“ erarbeitet auf wissenschaftlicher Basis landschaftsbezogene Grundlagendaten und -informationen für die Planung und Entwicklung von Landschaften als räumlich-ökologisches Wirkungsgefüge. Dabei stehen nicht nur die natur- und kulturbürtigen Strukturen und Prozesse (inklusive stofflicher und energetischer Austausch) im Vordergrund sondern auch die nachhaltige und gesellschaftsbezogene Nutzung von Ökosystemfunktionen und –dienstleistungen (Boden, Wasser, Luft, Biota, Kultur, Erleben). Im Rahmen dieser generellen Ausrichtung werden zwei Schwerpunkte verfolgt. Zum einen die Weiterentwicklung und planungstaugliche Umsetzung quantitativer Methoden – insbesondere die Landschaftsmodellierung – und zum anderen die Weiterführung der mit dem Institut verbundenen Tradition der Fokussierung auf umsetzungsorientierten Arten- und Biotopschutz.
Das Arbeitsgebiet widmet sich insbesondere folgenden Aufgaben:

  • Methodenentwicklung für die landschaftsbezogene Planung
  • Erhebung von landschaftsbezogenen Nutzungs-, Schutz-, Risiko und Konfliktpotenzialen
  • Entwicklung von Konzepten zur Umsetzung von Natur- und Freiraumschutzzielen, insbesondere Zielartenkonzept und Biotopverbund
  • Erarbeitung von Methoden zur Bewertung von natur- und landschaftsbezogenen Entwicklungszielen und Nutzungsoptionen (z. B. Stadtentwicklung, Biomassenutzung), u.a. für die Alternativen- und strategische Umweltverträglichkeitsprüfung, die Landschaftsplanung und Eingriffsregelung, aber auch landesweite Konzepte
  • Geodatenanalyse, Daten- und Modellintegration (z.B. Verknüpfung von (sozio-) ökonomischen Regionalmodellen mit landschaftsökologischen Systemmodellen), modellgestützte Szenariotechnik und Geodesign. Dabei auch:
  • Entwicklung und Einsatz von Modellen zur Landnutzungsentwicklung selbst sowie zu deren ökologischen und humanökologischen Folgewirkungen
  • Entwicklung und Einsatz von Modellen zur Vegetationsentwicklung und zur Biokonnektivität