„Raw essbar - edible Raw. Konzepte für die Transformation einer Berliner Industriebrache“, Diplomarbeit

Verfasser: Tizia Maier
Betreuer: Prof. Antje Stokman, Prof.Dr. Johan Jessen 
Sprache: Deutsch

Projektbeschreibung

Das Friedrichshainer Raw-Gelände als subjektives Interessen- und Wertobjekt ist aufgrund seiner zentralen Lage in Berlin und dem damit verbundenen immobilienwirtschaftlichen Wert lokalen Zwängen ausgesetzt - z.B. Flächenverwertungsdruck und Wohnraumbedarf. Eine konventionelle Entwicklung wäre eine Bedrohung für den Charakter der “Kulturoase Raw“, es sollte vielmehr auf eine Weise entwickelt werden, die den einzigartigen Charakter erhält und bereichert, und zugleich einen deutlichen Mehrwert für die Bevölkerung generiert.

„Edible Raw - Raw essbar“ schlägt einen mehrstufigen Prozess für die Entwicklung des Areals vor, der relevante Akteure, Gebäudeensembles oder charakteristische Freiräume langfristig integriert. Die Transformation des Raw ist eingebunden in mehrere Strategien, die nicht nur lokal greifen, sondern auch auf Bezirksebene und gesamtstädtisch. Für einige dieser Strategien übernimmt das Raw Schlüsselfunktionen wie z.B. aktivieren, vernetzen, informieren, solidarisieren, kultivieren. Die Strategien spiegeln sich im Entwicklungsfortschritt zunehmend in der Funktion und Art der Bebauung und Freiräume wieder. Die Basis für planerische Entscheidungen bilden neben einer ausführlichen Standortanalyse auch Analysen des Bedarfs sowie der Stärken, Schwächen, Potentiale und Risiken. Städtebaulichen Entscheidungen liegen einige Parametern zugrunde, wie z.B. die Zonierung in urbane, agri-urbane und agrikulturelle Zonen.

Die Transformation des Raw-Areals zu einem essbaren Quartier trägt der globalen Notwendigkeit alternativer Agrarmodelle Rechnung, und schöpft zugleich das enorme gesellschaftliche Potential urbaner Landwirtschaft aus, indem lokale Ökonomien, nachhaltige Lebensstile, kollektive Intelligenz, und viele weitere positive Entwicklungen befördert werden. Zudem dient das räumlich-gestalterische Potential produktiver Nutzung als Garant für den Mehrwert für die Bevölkerung. Doch Ziel von “Raw essbar - edible Raw“ ist auch die konstruktive und direkte Auseinandersetzung einer heterogenen, interkulturellen Gesellschaft mit dem wichtigen Thema Ernährung.

Skizzen